Jag har skitskoj...
Es ist an der Zeit wieder ein Lebenzeichen von mir zu geben. Ja, was treibt sie denn so da oben im hohen Norden, die kleine Bubse? Ja, wenn sie das wuesste!
Im Moment ueberwiegen wohl eher die kleinen Abenteuer, die aber manchmal doch ganz gross sind. In den letzten Wochen haben sich Arbeit und Vergnuegen quasi die Klinke in die Hand gegeben. Auf drei Tage am Schreibtisch oder vor dem Computer folgten vier Tage in ausgelassener Partystimmung.
Angefangen von einer Halloween-Party in der ehemaligen Psychatrie, ueber diverse Konzerte und Corridor-Parties bis hin zu einer Thank-you-Party bei der Nation, wo ich ab und zu arbeite, habe ich so ziemlich jede Gelegenheit wahrgenommen, die einigermassen Spass versprach. Und Spass, ja den hatte ich zu Hauf.
Ob eine Begenung mit der Polizei, eine Konfrontation mit den Securityguards der Nation-Party oder ein wohl mehr zufälliger als beabsichtigter Abend auf einem, nennen wir es mal, Lesben- und Feministen- Festival, alles verlief glimpflich und abgesehen von neuen Eindruecken, die ich mitgenommen habe, bin ich ohne Schäden davongekommen.
Die Details zu den erwähnten Begebenheiten wuerden schlichtweg den Rahmen sprengen. Wer aber dennoch wissen will, was sich denn nun wirklich zugetragen hat, wenn ich von der schwedische Solidarität oder einer erneuten Begegnung mit dem Feuerlöscher spreche, der darf mich gerne persönlich kontaktieren.
Ansonsten wird es in Lund so langsam Winter: Um 15 Uhr wird es dunkel, 19 Uhr fuehlt sich an wie 23 Uhr und -5 Grad in der Nacht auf dem Fahrrad lassen sich nur mit ständigem Gesang ertragen. Es ist keine Seltenheit beim Radfahren nass bis auf die Unterhose zu werden, was es aber nicht angenehmer macht und einer Erkältung kann nur der uebermässige Verzehr von Mandarinen vorbeugen.
Jetzt habe ich die letzten vier Wochen hier in Schweden vor mir (nur fuer dieses Jahr natuerlich) und dann heisst es bald Abschied nehmen, denn die meisten Leute kommen nach Weihnachten nicht mehr wieder. Es kann ja nicht jeder das Glueck (im Moment fuehlt es sich jedenfalls wie Glueck an) haben, im nächsten Jahr wiederkommen zu duerfen. Damit neigt sich auch meine Zeit im Greenhouse dem Ende, denn ich ziehe um. Im nächsten Jahr werde ich dann in der Stadt wohnen, werde mich an meiner eigenen Toilette erfreuen können und hoffentlich meine wiedergewonnene Unabhängigkeit geniessen.
Diese letzten vier Wochen bedeuten aber vor allen Dingen sehr viel Arbeit, denn die verliert man hier doch ganz schnell aus den Augen. So hat sich jede Menge Zeug angesammelt, das bis Weihnachten erledigt werden will bzw. soll. Bis dahin muessen alle Projekte fertig gestellt und mit dem entsprechenden "written report" versehen präsentiert werden, denn das nächste Jahr beginnt dann mit der neuen "study period".
Eigentlich könnte ich noch viel mehr ueber die letzten Wochen schreiben, aber alles wuerde auf eine Aussage hinauslaufen: Jag hade skitskoj!!!

