Thursday, November 23, 2006

Jag har skitskoj...

Es ist an der Zeit wieder ein Lebenzeichen von mir zu geben. Ja, was treibt sie denn so da oben im hohen Norden, die kleine Bubse? Ja, wenn sie das wuesste!
Im Moment ueberwiegen wohl eher die kleinen Abenteuer, die aber manchmal doch ganz gross sind. In den letzten Wochen haben sich Arbeit und Vergnuegen quasi die Klinke in die Hand gegeben. Auf drei Tage am Schreibtisch oder vor dem Computer folgten vier Tage in ausgelassener Partystimmung.
Angefangen von einer Halloween-Party in der ehemaligen Psychatrie, ueber diverse Konzerte und Corridor-Parties bis hin zu einer Thank-you-Party bei der Nation, wo ich ab und zu arbeite, habe ich so ziemlich jede Gelegenheit wahrgenommen, die einigermassen Spass versprach. Und Spass, ja den hatte ich zu Hauf.
Ob eine Begenung mit der Polizei, eine Konfrontation mit den Securityguards der Nation-Party oder ein wohl mehr zufälliger als beabsichtigter Abend auf einem, nennen wir es mal, Lesben- und Feministen- Festival, alles verlief glimpflich und abgesehen von neuen Eindruecken, die ich mitgenommen habe, bin ich ohne Schäden davongekommen.
Die Details zu den erwähnten Begebenheiten wuerden schlichtweg den Rahmen sprengen. Wer aber dennoch wissen will, was sich denn nun wirklich zugetragen hat, wenn ich von der schwedische Solidarität oder einer erneuten Begegnung mit dem Feuerlöscher spreche, der darf mich gerne persönlich kontaktieren.
Ansonsten wird es in Lund so langsam Winter: Um 15 Uhr wird es dunkel, 19 Uhr fuehlt sich an wie 23 Uhr und -5 Grad in der Nacht auf dem Fahrrad lassen sich nur mit ständigem Gesang ertragen. Es ist keine Seltenheit beim Radfahren nass bis auf die Unterhose zu werden, was es aber nicht angenehmer macht und einer Erkältung kann nur der uebermässige Verzehr von Mandarinen vorbeugen.
Jetzt habe ich die letzten vier Wochen hier in Schweden vor mir (nur fuer dieses Jahr natuerlich) und dann heisst es bald Abschied nehmen, denn die meisten Leute kommen nach Weihnachten nicht mehr wieder. Es kann ja nicht jeder das Glueck (im Moment fuehlt es sich jedenfalls wie Glueck an) haben, im nächsten Jahr wiederkommen zu duerfen. Damit neigt sich auch meine Zeit im Greenhouse dem Ende, denn ich ziehe um. Im nächsten Jahr werde ich dann in der Stadt wohnen, werde mich an meiner eigenen Toilette erfreuen können und hoffentlich meine wiedergewonnene Unabhängigkeit geniessen.
Diese letzten vier Wochen bedeuten aber vor allen Dingen sehr viel Arbeit, denn die verliert man hier doch ganz schnell aus den Augen. So hat sich jede Menge Zeug angesammelt, das bis Weihnachten erledigt werden will bzw. soll. Bis dahin muessen alle Projekte fertig gestellt und mit dem entsprechenden "written report" versehen präsentiert werden, denn das nächste Jahr beginnt dann mit der neuen "study period".
Eigentlich könnte ich noch viel mehr ueber die letzten Wochen schreiben, aber alles wuerde auf eine Aussage hinauslaufen: Jag hade skitskoj!!!

Wednesday, November 01, 2006

It never snows in Southern Sweden...

...von wegen!
1. Nov. 2006, 9.20 Uhr Ortszeit: Die ersten Schneeflocken (wohl eher schneeähnliche Regentropfen) fallen vom Himmel.
Man könnte ja jetzt denken: Oh, wie schön! Weit gefehlt, wenn man bei diesem Wetter (Schneeregen gepaart mit stürmischen Windböhen) zur Uni radeln und einen Vortrag halten muss. Schon am vergangenen Freitag hatte es mich auf dem Feldweg vom Fahrrad und direkt in den frisch gepflügten Acker geweht.
Jeder, der mich kennt, der kann sich ganz genau vorstellen, wie Rumpelstilzchen über die dreckige Jeans fluchend und mit den Füßen stampfend mitten im Feld steht!
Wenn es ja nicht 20 Minuten zur Bushaltestelle wären, könnte man das Fahrrad auch mal stehen lassen und sich für die bequemere (aber auch nicht weniger feuchte) Variante des Nahverkehrs entscheiden.
Aber so blieb mir heute morgen nichts anderes übrig als eingepackt in Regenjacke, Regenhose und mit meiner schicken Mütze auf dem Kopf das Fahrrad zu besteigen und gegen den stürmischen Wind anzukämpfen, der mir die Schneeflocken direkt ins Gesicht wehte.
Ein wunderbares Gefühl völlig nass und von Regenwasser triefend an der Uni anzukommen! Nein, ich komme nicht von einem anderen Stern, ich wohne nur im Greenhouse. Das ist mein Gedanke, wenn mich die anderen, natürlich trockenen Studenten, anstarren. Denn komischerweise ist es in der Stadt immer halbwegs trocken.
Auch wenn ich ein wenig außer Atem war, so war ich jedenfalls wach und habe die Präsentation meines Essays hinter mir. Leider hatte sich die Wetterlage während der zwei Stunden, die ich im warmen Kursraum verbracht hatte, nicht verändert. Da hilft alles nix! Das nächste mal ziehe ich auch Handschuhe an, denn auf halbem Weg trieb mir die Kälte Tränen in die Augen und meine Finger spürte ich auch nicht mehr.
Ich bin zuversichtlich, dass ich mich auch an diese klimatischen Bedingungen gewöhnen werde, wo doch Radfahren bei Regen und Dunkelheit schon mein neues Hobby ist, Putzen und Geschirr Spülen meine heimliche Leidenschaft und Feiern nur bis 2.00 Uhr (und keine Minute länger) die Regel.
Um euch zu zeigen, dass ich wirklich nicht übertreibe, hier ein Bild vom Greenhouse (fotografiert von der nächsten Straße). Ja, ich meine den gelb-grünen Fleck in der Mitte des Bildes!