Tuesday, October 02, 2007

Every end is a new beginning...

So oder so ähnlich war das doch, oder? Lange, lange habe ich nichts mehr von mir hören lassen. Nicht, dass ich nichts mehr erlebt hätte oder das mir gar langweilig gewesen wäre. Eher das Gegenteil ist der Fall! Nun sind alle Sachen eingepackt und ich verbringe die letzten Tage wieder auf dem Fussboden zwischen den gepackten Koffern und weiss nicht so recht, ob ich lachen oder weinen soll. Na ja, lustig ist es jedenfalls nicht, wenn man sich vorkommt wie ein Obdachloser und ständig um Unterschlupf betteln muss. Aber es funktioniert erstaunlich gut und all die Erfahrungen und Erlebnisse, die ich mitnehme, werden mir sicherlich in der ein oder anderen Situation noch einmal von Nutzen sein. So richtig realisiert habe ich es aber immer noch nicht, dass ich am Donnerstag nach Deutschland fahren soll. Uebermorgen ist noch so weit weg und ich habe noch so viel zu tun, dass ich gar nicht weiss, wo mir der Kopf steht. Und ausserdem bin ich doch schon zu Hause. Jedenfalls fuehlt es sich ein wenig an wie ein zu Hause. Ein Platz, an den ich immer wieder zurueckkommen kann, ein Platz in der Welt, an dem ich viele neue Freunde gefunden habe, die ich nur ungern zuruecklasse. Irgendwie alles ein sehr komisches Gefuehl. Bald wieder Deutsch zu sprechen und alles verstehen zu können, ohne sich darauf zu konzentrieren. Na ja, ich bin gespannt und ein wenig Vorfreude mischt sich sicherlich auch unter das traurige Gefuehl erst einmal Abschied nehmen zu muessen von allem, was mir ans Herz gewachsen ist und was mir unheimlich viel bedeutet. Das ganze letzte Jahr und die paar Monate in Lund zusammenzufassen, ist schlichtweg unmöglich, aber ich habe jedenfalls einzigartige Dinge erlebt, verrueckte Menschen getroffen und auch wenn mir immer wieder vorgeworfen wird, ich hätte nur gefeiert, so habe ich doch auch einiges gelernt. Vom Greenhouse im Nirgendwo ueber das Luxus-Appartement in die Stadt bis hin auf den Fussboden verschiedener Freunde, von der einfachen Nations-Party und Korridorfesten ueber das Baden in Champagner und gedoptes Tandem-Fahren bis zum ausgelassen Feiern schwedischer Traditionen, von Vorlesungen und Uebungen ueber diverse Reports bis zu einer einigermassen anständigen Thesis-Arbeit: Ich habe mein Bestes gegeben, um so viel wie möglich aus meinem Auslandsufenthalt mizunehmen. Und rueckblickend, ja, es ist mir gelungen. Mein Englisch war schon mal katastrophaler, mein Schwedisch schon mal weniger fliessend, meine Schlafenzeiten länger und mein Konsum an alkoholische Genussmitteln weniger, aber ich bin nicht umsonst bekannt als die Mama-Erasmus. Nein, Spass beiseite, es war einfach grossartig und ich hätte es nicht geglaubt, wenn ich es nicht erlebt hätte, dass ein Auslandsaufenthalt einen prägen und begeistern kann. Jetzt muss ich Aufwiedersehen sagen und vor mehr als einem Jahr habe ich es zu euch gesagt: Sometimes you have to say "goodbye" to be able to say "hello" again...
In diesem Sinne, bis die Tage...

Saturday, June 30, 2007

Goodbye Erasmus-Welcome life...

Nach drei bzw. vier Wochen auf dem Fußboden, mit zwei Personen auf 15m² und 8 Stunden pro Tag in der Uni, muss ich sagen: Ich mag immer noch nicht heim! Meine Unterkunft ist zwar nicht sehr komfortabel, aber trotzdem angenehm, die Arbeit an der Uni ist interessant, die Betreuung ein Traum und wenn ich so mit meinem Fahrrad ("Giga-Bike") an die Uni oder in die Stadt radel, stelle ich immer wieder fest, dass ich einfach unglaublich gerne bin, wo ich bin.
Letzte Woche Freitag war Midsommar hier in Schweden und meine schwedischen Freunde habe ein richtiges Midsommar-Fest veranstaltet und ich darf behaupten, dass es ganz allein für mich war. Wir haben eine Midsommar-Stange "gebaut" und ich habe einen Blumenkranz auf den Kopf gesetzt bekommen, mit dem ich mich ehrlich gesagt gefühlt habe wie ein Waldschrat (mehr Gestrüpp und Blätter als Blumen). Hauptsache die Schweden hatten ihren Spaß. Nach dem Konsum einiger alkoholischer Genussmittel war dann das Tanzen um die Midsommar-Stange dran, wobei schwedische Volkslieder gesungen wurden. Ich konnte weder richtig tanzen noch mitsingen, weil ich vor Lachen fast am Boden gelegen bin. Was für eine Szenerie! Man stelle sich folgendes vor: Ein mit Gestrüpp geschmücktes Kreuz inmitten einer Studenten-Wohnanlage, beobachtet von vorbeigehenden Studenten, die sich wundern, was wir treiben. Diese blieben dann stehen, sahen sich das bunte Treiben an und fragten, warum wir dieses Spektakel aufziehen. Alle Finger zeigten auf mich und alle schrien "Tysk"! Damit war der bleibende Eindruck für den Abend auch schon gesichert ohne, dass ich etwas tun musste außer einfach "tysk" zu sein. Danach gab es dann typisches schwedisches Midsommar-Essen, mit u.a. Hering, Kartoffeln, Erdbeeren und jede Menge Schnaps. Beim Essen wurden dann die typischen Schnapslieder gesungen. Alles in allem führte das dazu, dass einige den Rest des Abends gar nicht oder nur mit benebltem Bewusstsein erlebten. Sie verpassten folglich das Twister-Spiel im Freien (ihr wisst schon, wo man sich so verknotet!), was mit verlangsamtem Reaktionsvermögen richtig lustig ist, das Kubb-Spiel im Korridor (Holzklötze umwerfen), was so lustig ist, weil es unglaublich laut ist, das Besteigen der Fahrrad-Häuschen, was eigentlich gar nicht lustig ist und viele andere lustige Sachen, die sich bis in die frühen Morgenstunden erstreckten. Das war nicht so schwer, weil es eigentlich fast gar nicht richtig dunkel war (schon komisch!).
Ansonsten ist in Lund Sommer; das heißt nicht, dass es schön oder gar warm ist, sondern, dass die meisten Studenten arbeiten. Demzufolge ist Lund ziemlich ruhig und wilde Parties mit verrückten Studenten findet man kaum. Eigentlich gar nicht so schlimm, denn einerseits ist eine Pause vom "die Sau rauslassen" auch einmal ganz angenehm und andererseits kann man ja auch ohne Party feiern, was unser Midsommar-Fest unter Beweis gestellt hat.

Thursday, June 07, 2007

A long time ago...

...a lot of fun things happened! Besser später als nie, denke ich mir und erzähle euch trotzdem, was sich im letzten Monat alles ereignet hat. Und das ist eine ganze Menge; deshalb in chronologischer Reihenfolge und nicht ausführlicher als notwendig:
30. April 2007: Valborg Naughtiness
Am Siste April oder an Valborg machte ich mich in den frühen Morgenstunden auf den Weg zum Stadsparken in Lund, darauf vorbereitet, dass es einer dieser Tage werden sollte, die mir noch lange im Gedächtnis bleiben werden. Im Park angekommen, erwarteten mich tausende Studenten, schön gruppiert auf Decken sitzend mit Bier/Cider-dosen in Händen, bewaffnet mit Wodka-Red Bull-Wasserpistolen oder ähnlichem und schlechter schwedischer Musik lauschend. Warum? Ja, das habe ich bis heute nicht herausgefunden, aber es ist eine studentische Tradition und es war eine einmalige Gelegenheit Teil schwedischer Studentenkultur zu sein. Ziemlich lustig (wenn ich das mal so formulieren darf) habe ich mich gegen Nachmittag auf den Weg zum Champagnegalopp gemacht. Das ist der Teil des Tages, an dem die Bildungselite in Champagner badet. Bei einer Nation im Hinterhof habe ich mich mit Champagner bespritzen lassen bis ich nass bis auf die Unterhose war, bin mit einem Arm in der Luft zum Rhytmus irgenwelcher Musik durch die Menge gesprungen und wurde zum zweiten Mal an diesem Tag Zeuge wie verrückt und unbeschwert Student-Sein sein kann. Man sagte mir und Fotos bestätigten diese Behauptung, dass besagte Musik von einer Live-Band stammte. Also ich habe diese nicht gesehen! Aber auch als ich quasi mit den leeren Champagnerflaschen die Party verlassen musste, war der Tag nicht vorüber. Eine ausgiebige Dusche, ein schnelles Abendessen und weiter ging es bis mich in den frühen Morgenstunden meine Füße nicht mehr tragen konnten und ich totmüde und na ja, ihr wisst schon wie, in mein Bett gefallen bin.
4./5. Mai 2007: Tandemstafetten Foolishness
Diese Woche hatte es in sich und so ging es am Freitag darauf gleich weiter mit dem Bus nach Göteborg um mit dem Tandem zurück nach Lund zu radeln. Genauer, es handelt sich bei dem ganzen Spaß um eine Tandemstafette zwischen verschiedenen Teams, die in Göteborg startet mit dem Ziel am folgenden Tag unter Jubel in Lund anzukommen. Jedes Tandemteam besteht aus 40 Personen, wobei immer zwei Personen ca. 20 Kilometer fahren. Der Rest verfolgt das Geschehen vom Bus aus, der die Tandemfahrer begleitet. In unserem Bus war die Stimmung groß, was bedeutete, dass ich ca. 30 Stunden keinen Schlaf fand und ständig dazu gezwungen (!) wurde mit zu feiern. Das Feiern wurde durch zwei Stopps mitten in der Nacht auf einem IKEA-Parkplatz und in einem Industriegebiet unterstützt, wo einfach ein paar Boxen aufgestellt wurden und ich mit einem Arm in der Luft durch die Menge gesprungen bin. Vor dem Tandem-Start waren wir noch in einem Freizeitpark, aber da die Fahrt nach Göteborg ca. drei Stunden dauerte, habe ich wenig Erinnerung an diesen Teil des Auflugs. Woran das wohl lag?! Um 7.30 Uhr am nächsten Tag ohne Schlaf und ein wenig (!) gedopt habe ich das Tandem besteigen dürfen und 15km lang unter vereinzelten Anfeuerungsrufen meinen Teil der Reise hinter mich gebracht. Nach der Ankunft am Nachmittag desselben Tages wurde noch ein wenig gefeiert, bis es um 20.30 Uhr auch für mich Zeit war, die "Tanzschuhe" an den Nagel zu hängen und Schlaf nachzuholen.
07. Mai 2007: School´s challenge (Part 1)
Nach diesem Wochenende blieben noch drei Wochen um mein Erasmus-Jahr erfolgreich abzuschließen und das nicht nur aus partytechnischer Sicht. So forderte mich an diesem Montag die Abschlusspräsentation meines Mechatronik Prpjektes in Zusammenarbeit mit Tetra Pak. Mehr schlecht als recht vorbereitet, was nach besagten Wochenende nicht verwunderlich war und von meiner Projektgruppe erwartet wurde, habe ich dieses Kapitel erfolgreich abschließen können. Dem folgten mehrere Assignments und die Nachricht, dass ich möglicherweise doch nicht nach Hause fahren muss. Nicht ganz einfach in der Planung und Umsetzung beschäftigte mich diese Unternehmung die nächsten Wochen.
16. Mai 2007: Party´s tempation (Part 1)
Das war der Anfang vom Ende meines Erasmus-Aufenthalts, bei dem ich u.a. gelernt habe, dass man mit einem Maximum an Party unter der Bedingung Minimum an Schlaf einen maximalen Erfolg erzielen kann. Versteht das jetzt jemand? Alles begann also mit der Korridor-Party in Emma´s Unterkunft, die ich im Morgengrauen verließ, obwohl auf meinem Schreibtisch ein Home-Exam lag und auf Bearbeitung wartete. Es wartete dort genauer gesagt bis zum folgenden Samstag Nachmittag, denn es gibt ja wichtigere Dinge, wie z.B. bei einer Nation arbeiten, damit man am Abend freie Getränke bekommt. Ob es nun die freien Getränke waren oder einfach nur die Langeweile der Aufgabenstellung, die mich in der Nacht doch noch zur Nation´s-Party trieben; ich vermag es nicht zu beurteilen. Diese Party wurde mir zum Verhängnis und erneut war es hell als ich in mein Bettchen kroch. Um 8.00 Uhr morgens wurde ich zuverlässig geweckt und mit mehr Alkohol im Blut als Blut im Kopf machte ich mich an die Vollendung meines Home Exams. Über 12 Stunden am Schreibtisch, Kopfschmerzen, weniger als 30 Stunden verbleibend...
21. Mai 2007: School´s Challenge (Part 2)
Nach drei Stunden Schlaf und mehreren Tassen Kaffee und einer Flasche Cola hatte ich es unerwarteterweise dennoch geschafft das Exam in time einzureichen. Auf zum nächsten, was drei Tage später wartete. Aber erstmal: schlafen. Ja, als ich am Spätnachmittag aufwachte, beschloss ich, dass es zu spät sei noch mit Lernen anzufangen. Das war der nächste Fehler. Denn auch am nächsten Tag gab es andere Dinge zu erledigen und so musste ich die Prüfungsvorbereitung auf Mittwoch verschieben. Ein Tag, ein Buch, viel Kaffee und wenig Schlaf und die Prüfung lief für diesen Aufwand wie am Schnürchen. Ok, four more to go and hell yeah...Party! Was? Jag ska stanna i Sverige-Ich werde in Schweden weiter studieren!
24. Mai 2007-27. Mai: Party´s temptation (Part 2)
Nation´s Party, 80er-Jahre Party (die übrigens so schlecht war, dass ich mir meine Alkohol-Ration mit nach Hause genommen habe als Vorrat für die Parties, die da kommen mögen) und was sonst Nation´s Party. Das war mein Wochenende. Ich meine mich zu erinnern, dass es großartig war, aber der Höhepunkt sollte noch kommen.
28. Mai 2007-31. Mai 2007: School´s challenge (Part 3)
Zwei mündliche Prüfungen an einem Tag, eine schriftliche am Tag danach und während die ersten Exchange-Students abreisten, lernte ich auf meine letzte Prüfung.
31.Mai 2007: Goodbye Erasmus-Welcome Life...
Ja, das war das Motto meiner "Abschieds-Party", Abschied von neuen Freunden,Abschied von einem neuen "Zuhause" und Abschied von einer grandiosen Zeit...Es war legendary, die Party, das ganze Jahr in Schweden
Auch wenn ich es am Anfang nicht für möglich gehalten hätte und nicht geglaubt habe, dass es wirklich eine unvergessliche Zeit werden würde, muss ich zugeben, dass ich um viele Erfahrungen reicher bin, dass ich viele Erlebnisse nicht so schnell vergessen werde und dass mich ein Jahr in Schweden mindestens 2 Jahre jünger gemacht hat. Meine Schlussfolgerung (und das ist nur eine von unzähligen): "I wanna be an Exchange Student for the rest of my life...!"
Nun bin ich umgezogen, teile mit ein Zimmer und fühle mich noch immer wohl hier in Lund und erwarte einen neuen Abschnitt, den ich hoffentlich mit Wörtern wie "awesome" oder "legendary" beschreiben werde.

Friday, April 20, 2007

Time to party...

Ja, immer wieder habe ich mir sagen lassen müssen, ich studiere zu viel und solle mal die Sau rauslassen. Nicht, dass ich es nicht schon zu genüge getan hätte, aber man ist ja auch nicht zum Spaß hier.
Alles fing eigentlich damit an, dass ich vor eingen Wochen im Hausflur zufällig auf zwei Amerikanerinnen stieß, die mich gleich zum Strand entführten. Und da sie nach einigen alkoholischen Kaltgetränken und Barbecue meiner Geselschaft immer noch nicht überdrüssig waren, schleiften sie mich sogleich auf die nächstbeste Party. Nachdem ich dann mein Können im Bier-Pong-Spielen unter Beweis gestellt hatte, fand ich auch in den darauffolgenden Nächten keinen Schlaf mehr. So könnte man es grob zusammenfassen.
Auf meinem Schreibtisch stapeln sich seitdem Exercises, Home assignments und diverse Reports, denen ich auf rätselhafte Weise nicht nachkommen kann. Pendelnd zwischen Uni, Nation, Sport, Strand und nächtlichem Vergnügen genieße ich die letzten Monate meines Austauschjahres. Und da Bilder mehr sagen als tausend Worte...
Und das war der Anfang vom Ende...


I wear my sunglasses at night...oh, da habe ich mich wohl vergriffen!


Es folgt das Hat-Game auf irgendeiner Nations-Party. Just pretend to play a game...

Könnt ihr euch vorstellen, dass Leute solche Hüte auf einer Party tragen?


Es folgte ein Sittning bei der Law Faculty, zu dem unsere Gruppe mit mehr als 30minütiger Verspätung und zum größtenteil recht alkoholisiert erschien.


Selbst wenn ich während dieser Veranstaltung ständig beteuert habe, die anderen nicht zu kennen, so weiß ich am Ende auch nicht mehr, warum ich in der Disco diese Brille trage...I am a dancing queen...



Na ja, leider kann man den ganzen Spaß nicht wirklich teilen, aber jeder, der sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen und mit mir mit oder ohne Sonnenbrille Lund unsicher machen möchte: Das ist eure letzte Chance!

Sunday, March 25, 2007

Eindrücke vom Ende der Welt

Jetzt gibt es auch Bilder vom Ende der Welt. Ok, das ist übertrieben, aber trotzdem einige Eindrücke aus Lappland...
Kiruna, die nördlichste Stadt Schweden, in der hauptsächlich Erzbergbau betrieben wird. Wenn man ganz genau hinschaut, kann man die beiden oder zumindest einen der Erzberge erahnen.


Die Kirche in Kiruna, die einzige "Sehenswürdigkeit", die die Stadt an sich zu bieten hat. Wurde sogar mal zum schönsten Bauwerk gekrönt. Ich glaube es war irgendwann Anfang 2000.


Die Bar im Icehotel in Jukkasjärvi in der Nähe von Kiruna. Ein großartiges Wallpaper...


Ja, hier der Beweis, ich war wirklich dort...


Wirklich alles besteht in diesem Hotel aus Eis, so z.B. auch dieses Bettgestell.


Es folgte die Tour mit dem Hundeschlitten. Aber zunächst gab es dieses Spektakel...ohne Kommentar...


Danach mussten die Hunde vor den Schlitten gespannt werden.


Hier ein paar Bilder einer unglaublichen Winterlandschaft und es gibt wirklich nicht mehr als auf diesen Bildern zu sehen ist.




Ich habe mich auch beim Ice-Fishing versucht, wenn auch erfolglos...


Und das gab es zum Mittagessen...


Zurück ging es wieder mit dem Hundeschlitten.



Ich denke dies hier ist ein schöner Abschluss für einen gelungenen Ausflug "beyond the Arctic Circle"...

Saturday, March 17, 2007

Beyond the Arctic Circle

Und hier kommt es: ein weiteres Abenteuer, das ich mit euch teilen oder euch mitteilen möchte.
Nach meiner Prüfung am 7. März habe ich mich auf den Weg nach Kiruna in Lappland gemacht.
Jeder hat bestimmt schon einmal gehört, dass Schweden ein sehr großes Land sein soll oder besser gesagt, dass die Nord-Süd Ausdehnung des Landes (über 1500 km) beträchtlich ist.
Ja, ich habe die Erfahrung gemacht, dass es wirklich unglaublich lange dauert von Südschweden nach Lappland zu gelangen. 22 Stunden Zugfahren und man ist noch immer nicht an der Grenze, aber dafür hinter dem Artic Circle. Dort, sozusagen fast am Ende der Welt, gab es nicht mehr viel außer ein paar Tannen, viel Schnee und jede Menge Himmel. Aber der Reihe nach.
Nach einer Nacht im Sitzwagen stand ich (zusammen mit Emma) nun am nächsten Vormittag mit Rückenschmerzen und eigentlich weniger ausgeschlafen bei -2°C (ja, es war wärmer als erwartet) in Kiruna am Bahnhof und da ich bei den Temperaturen nicht draußen schlafen wollte, musste eine Jugendherberge her. Gebucht war ein Zimmer, aber es wäre von Vorteil gewesen, wenn man sich aufgeschrieben hätte, wo. Aber Lonely Planet sei Dank haben wir unsere Bleibe noch gefunden. Nachdem wir die Rucksäcke ins Zimmer gebracht hatten, erkundeten wir die Stadt. Leider gab es außer der Kirche nicht wirklich viel mehr zu sehen.
Also fuhren wir mit dem nächsten Bus nach Jukkasjärvi zum Icehotel. Ich weiß nicht, wer freiwillig mehr als 300 € pro Nacht bezahlt um in einer Gefriertruhe zu schlafen, aber abgesehen von den Temperaturen ist es schon faszinierend. Es besteht wirklich alles aus Eis, die Bettgestelle, die Stühle und sogar die Gläser in der Bar. Nachdem wir alles bestaunt hatten, waren meine Füße Eisklötze und ich war richtig glücklich über die mittlerweile -5°C draußen sagen zu können: "Ei, is ja ganz warm hier draußen!"
Am nächsten Tag stand eine Hundeschlitten-Tour auf dem Programm. Um richtig aufzuwachen, musste ich mir erstmal, eingepackt in Skihose und Fleece-Sweatshirt, in der noblen Hotelbar nebenan eine Tasse Kaffee besorgen. Eigentlich wollte ich sogar bezahlen, aber die Bedienung war wohl ein wenig überrascht über das Michelin-Männchen im Speisesaal und hat mir den Kaffee geschenkt. Danach konnte auch mein Tag in der Wildnis beginnen. Dazu mussten wir die Stadt verlassen und wurden ca. 20 km weiter nördlich in der Pampa abgesetzt.
Zunächst wurden die Hunde an den Schlitten gespannt und das Gepäck auf Anhängern am Snowmobil untergebracht. Dann konnte es los gehen und die Hunde zogen mich wahlweise auf dem Schlitten sitzen oder den Schlitten steuernd durch den Schnee. Leider hatten die Hunde Durchfall und der Schlitten musste ständig anhalten, damit einer nach dem anderen sein Geschäft verrichten konnte. Ich habe mir aber sagen lassen, dass das normal ist. Wir hatten dennoch sehr viel Spaß mit unseren diarrhea-dogs. Trotzdem bin ich nach einiger Zeit auf das Snowmobil umgestiegen, was allerdings auch nicht schneller war, weil die Schlitten den Verkehr aufhielten. Nach einer schönen Fahrt über einen oder besser gesagt zwei zugefrorene Flüsse (wenn ich das vorher gewusst hätte) erreichten wir unser Camp. Mitten im Wald umgeben von eben diesen zugefrorenen Flüssen, ohne fließend Wasser und Elektrizität, da sollte ich die nächsten Tage bleiben.
Das Wasser holten wir aus dem Fluss, nachdem ein Loch in die 1.20m dicke Eisschicht (Gott sei Dank!) gebohrt wurden war, zum Mittagesssen gab es Rentier-Fleisch, am Abend haben wir Brot gebacken mit einem einheimischen Sami und hatten jede Menge Spaß. Ob Eishockey-Spielen auf dem Fluss, Cross-Country Skiing, Ice Fishing oder einfach nur durch den Schnee wandern, alles war einfach ein Erlebnis mitten im Nirgendwo. Nachdem wir am nächsten Tag Rentiere gejagt und gefangen hatten, ging es mit den Hundeschlitten wieder zurück zum Ausgangspunkt. Ein Taxi fuhr uns zum Bahnhof und weitere 22 Stunden Zugfahrt lagen vor mir. Diesmal hatten wir leider nichts zu Essen außer einer Packung Kekse, aber wir waren sowieso viel zu müde und geschafft. In Lund angekommen, erwartete uns der Frühling und so hatte sich unser Trip voll und ganz gelohnt, denn wir hatten wohl auch den Winter zurück mit nach Lappland genommen.

Friday, February 16, 2007

So ist das Leben...

Ja, ich weiß, ich habe euch im lezten Monat ein wenig vernachlässigt, aber so ist das nun einmal, wenn der Alltag einkehrt. Darauf habe ich immerhin ein halbes Jahr warten müssen, aber nun ist es soweit. Und dafür gibt es gleich mehrere Gründe:
1. Der Umzug in mein neues Wohnheim in unglaublich zentraler Lage und mit allem möglichen Komfort, den man sich als Student nur wünschen kann. So habe ich nun mein eigenes Bad (Dusche und Toilette) auf meinem Zimmer, einen Kühlschrank, eine Mikrowelle und ein Spülbecken, eine traumhafte Aussicht auf den Bahnhof (eigentlich ganz praktisch, um die Uhrzeit in Erfahrung zu bringen) und ein Wohnzimmer mit einem Fernseher, der mehr als Eurospor und CNN zu bieten hat. Die Küche teile ich mir mit den anderen 8 Bewohnern des Korridors. Die sind auch alle sehr nett, wenn auch ruhiger als die davor. Das hat auch seine guten Seiten, denn so kann ich nachts (zumindest unter der Woche) durchschlafen ohne von pubertierenden Ausauschstudenten geweckt zu werden, die hier in Schweden mehr als nur die Sau rauslassen. Ja, manchmal fühle ich mich als Austauschstudent hier schon ziemlich alt, denn die meisten feiern gerade ihren 20. oder 21. Geburtstag. Na dann, happy birthday! Dementsprechend ausgelassen und übermotiviert ist das Geschrei in der Nacht und das Durcheinander am nächsten Morgen.
2. Mein Stundenplan an der Uni, der einerseits dazu beträgt, dass ich meistens von 8 Uhr bis 18 Uhr unterwegs und beschäftigt bin und andererseits dazu geführt hat, dass ich mehrere schwedische Studenten kennen gelernt habe, mit denen ich die Zeit verbringe. Schwedische Studenten studieren nämlich im Gegensatz zu Austauschstudenten und es ist unheimlich schwer mit ihnen in Kontakt zu kommen. Nach zwei Wochen, in denen man sich fast täglich über den Weg gelaufen ist, kommt plötzlich ein schüchternes "Hallo" von schwedischer Seite und nach drei Wochen kann man schon mal in ein Gespräch verwickelt werden. Das führt dann auf internationaler Seite zu großer Verwirrung, so bei mir: "Moment, hat er/sie gerade mit mir gesprochen?". Aber der "Aufwand" und das Durchhaltevermögen haben sich bezahlt gemacht und so spiele ich jetzt in einem schwedische Mädchen-Team Field-Hockey und gehe gemeinsam mit ihnen in die Gerdahallen (Schwedens führendes Trainingscenter), wo man im Kreis rumläuft, nach rechts und links hüpft und Sit-ups macht (das nennt sich dann übrigens "gympa").
3. Mein Freizeitprogramm, was wegen der Uni viel zu kurz kommt. Unter der Woche mache ich, wie gesagt, viel Sport am Abend, denn da ich dreimal die Woche (und dazu noch mittwochs, donnerstags und freitags) um 8 Uhr in der früh Uni habe, ist das mit dem Weggehen ein wenig anstrengend. Am Wochenende versuche ich dann das Verpasste nachzuholen (obwohl man nie etwas verpasst, weil es doch immer wieder dasselbe ist). Bisher habe ich fast jedes Wochenende gearbeitet, in der Nation oder mit den Leuten von dort woanders. Dafür wird man mit Alkohol oder freiem Eintritt zur Party bezahlt und geht also später noch gemeinsam aus. Was gab es sonst noch? Bier-Pong spielen, Corridor dinner, Spieleabend mit schwedischen Studenten und auf jeden Fall jede Menge Spaß.
Zum Glück ist die erste study period für dieses Jahr bald vorbei und wenn ich meine Lab-reports, home assignments, project reports und examinations hinter mir habe, dann habe ich sogar wieder mal 5 Tage Urlaub. Die nutze ich, wenn alles gut geht für einen Ausflug: 22 Stunden Zugfahren (one way); ich freu mich drauf!
Wo es hingeht? Das verrate ich beim nächsten Mal...